Comed granada! 
(Esst Granatapfel!)
Ein Traum, der 
Granatapfelbaum

Wie der Granatapfel den begleiteten Umgang verschönerte
von Richard Ackermann

Knapp neun Monate hatte der Autor dieser Zeilen nur begleiteten Umgang mit seinen Kindern. Eine bewährungsreiche, schwierige, auch erniedrigende Zeit. Ein Erfolgsfaktor war der Granatapfel. Meist am Vorabend des Umgangs geschält, liebten die Kinder das Mitbringsel.

Der Fruchtapfel ist mehr oder weniger rund. Die Schale robust. Unerbittlich liegt er da, kaum von Hand zu öffnen. Da muss das Messer ran. Mittig durchschneiden. Und schon liegen sie vor einem, wie Perlen. Die Granatapfelkerne.

So ging es dem Autor über einige Wochen zumindest einmal in der Woche, wenn er begleiteten Umgang mit seinen Kindern hatte. Es wurde zu einem Ritual, den Kindern Granatapfelkerne mitzubringen, die sie auch schon vor dieser Art des Kontaktes mit dem Vater liebten. 

Ich schnitt dazu wie erwähnt den Granatapfel mittig auf, sofern sich nicht am Strunk eine Öffnung bot und pflückte die Kerne - quasi wie mit der Pinzette - aus dem Fruchtinneren heraus. Die Freude einer vollen Frucht wich manchmal einem leichten Anflug von Frust über die Dauer des Schälens, bei einer mageren Frucht wich der Frust über den Mangel der Freude über eine kurze Schäldauer. So war die Wahrnehmung beim Schälen. Letzten Endes war es jedoch immer besser, den Kindern die Kerne einer üppigen Frucht mitzubringen. In jedem Fall aßen sie das Schälchen gefüllt mit Granatapfelkernen meist bis auf den letzten Kern aus - inklusive dem eigenständigen Ansetzen des Schälchens am Mund, um den Saft auszuschlürfen.

Warum Granatapfel?

Wie kam ich auf die Idee, Granatapfel meinen Kindern anzubieten? Sind nicht "einfache" Äpfel greifbarer, verfügbarer, günstiger und ebenso gesund?

Da mag etwas dran sein. Mit einer bereits kurzen Recherche kann man jedoch durchaus Ergebnisse finden, die die Beliebtheit von Granatäpfeln erklären können. Angefangen von der optischen Überzeugungskraft der Frucht, mit ihren kräftigen roten Farben außen und oft noch stärker innen bei den Kernen, über die Nährstoffe, die ebenso kräftige Antioxidantien mit sich bringen, bis hin zum moderaten Zuckeranteil spricht einiges für die Wahl der Frucht.

So soll die Frucht bzgl. Bluthochdruck helfen sowie entzündungshemmend wirken. Im Fokus steht hier Punicalagin, das die entzündungs- und krebshemmende Wirkung liefern soll. Besonders hervorgehoben wird bspw. eine positive Wirkung auf die Prostata durch den Saft der Granatapfelfrucht. Durch die antibakterielle Wirkung sprechen Zahnärzte gar von einer Zahnfleischerkrankung-vorbeugenden Wirkung von Granatapfelkernen.

Zu den wenigen Risiken zählen mögliche Wechselwirkungen bei der Einnahme von Medikamenten. Diese Wechselwirkungen können ungewünschte Folgen haben. Dies ist im Einzelfall abzuklären im Falle von Personen, die Medikamente einnehmen.

Granatbaum und Granatapfel als "biblische" Kulturpflanze

Bereits im Alten Testament gibt es die zahlreiche Erwähnung des Granatbaumes und Granatapfels, was für die Zeitlosigkeit und Bewährtheit der Kulturpflanze in ihrem hauptsächlichen Verbreitungsgebiet steht. In Numeri 13,23 steht: "Und sie kamen bis an den Bach Eschkol und schnitten dort eine Rebe ab mit einer Weintraube und trugen sie zu zweien auf einer Stange, dazu auch Granatäpfel und Feigen." An anderer Stelle: "Ich bin hinabgegangen in den Nussgarten, zu schauen die Knospen im Tal, zu schauen, ob der Weinstock sprosst, ob die Granatbäume blühen." (Hohelied 6, 11) oder "Ich wollte dich führen und in meiner Mutter Haus bringen, in die Kammer derer, die mich gebar. Da wollte ich dich tränken mit gewürztem Wein und mit dem Most meiner Granatäpfel." (Hohelied 8,2).

Wie schälen oder "entkernen"?

Nicht jeder muss sich beim Entkernen anstellen wie der Autor. Manche nutzen zum "Pflücken" der Kerne Einweghandschuhe und/oder Schürzen. Andere kaufen die essbaren Kerne bereits separiert von der restlichen Frucht. Wieder andere nutzen Hilfsgeräte, einen "Granatapfelentkerner", den ich auch zuhause habe. Leider bleibt es zu häufig bei einem groben Entkernen, die weißen Häutchen trennen sich in vielen Fällen nicht sauber ab und eine detaillierte Nachbearbeitung kann notwendig werden.

Am besten bewährt hat sich die "Unter Wasser"-Methode: Den "Deckel", also den Blütenansatz, abschneiden, die Granatapfel-Schale dreimal einritzen, so dass vier etwa gleichgroße Teile entstehen können. Man nimmt eine ausreichend große Schale mit Wasser dazu und legt den Granatapfel inklusive den eigenen Händen unter Wasser. Nun kann man unter Wasser die Kerne von der restlichen Frucht trennen. Teile der restlichen Frucht können ausgesiebt werden, notfalls mit einem Sieb, sofern sie oben schwimmen, während sich die Kerne unten in der Schale angesammelt haben. Diese Kerne kann man zum Schluss ebenfalls in ein Sieb geben und abtropfen lassen.

Fazit: Ganz prima für Kinder und Erwachsene

Der Granatapfel mit seinen essbaren Kernen ist eine gesunde Frucht, die eine lange Kulturgeschichte aufweist. Eine große Empfehluing! Granatapfelkernen werden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Der Preis mag in Mitteleuropa etwas höher ausfallen, als in Verbreitungs- und Anbaugebieten des Granatbaumes, doch dies sollte für einen Verzehr nicht abschrecken. Zum aktuellen Datum zählen Peru und die Türkei zu den Hauptlieferanten der Frucht nach Deutschland. Auch Spanien kann dazu gehören. Der Autor bedankt sich, bei den Kultivierern der Pflanze, den Exporteuren und den Händlern - hat doch der Verzehr der Granatapfelkerne den eigenen Kindern gemundet, den Umgang verschönert und war beim Einleiten eines unbegleiteten Umgangs hilfreich oder zumindest nicht hinderlich. Und sie essen die Kerne weiterhin gerne.

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Eine Seite von RA

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